Kabarett: "Da Huawa, da Meier und I"    - 18. Aug. 2016

Emertsham. Eine Riesenstimmung brachte das oberpfälzisch-niederbayerische Kabaretttrio „Da Huawa, da Meier und I" zum Festauftakt des 20jährigen Jubiläums des König-Ludwig-Verein Emertsham ins voll besetzte Bierzelt. In gut dreieinhalb Stunden ließen die drei Musikern die Besucher ins bayerische Lebensgefühl und in ihre Sicht der Dinge einzutauchen. Das Programm „Zeit is a Matz“ ist Kabarett vom Feinsten – Witz, Komödie und zeitkritische Texte. Letztendlich standen alle Festzeltbesucher auf den Bänken, hüpften, schunkelten und wippten.

Gut 16 Jahren steht das urwüchsige Bayern-Trio - Christian Maier (da Huawa), Matthias Meier (da Meier) und Siegi Mühlbauer (I) - mittlerweile auf der Bühne. Die drei Akteure bewegen sich allmählich auf die Vollendung des vierten Lebensjahrzehnts zu. Aber man merkt schnell, dass sie sich auf der Bühne zuhause fühlen, kommunizieren mit den Besuchern. So springt auch schnell der Funke über, als da Huawa fragt: „Könnt ihr mich alle hören? Hören mein ich, nicht verstehen.“ Verstehen ist eine andere Sache. Da Landshuter „Huawa“ spricht regionaltypischen oberbayerischen Dialekt, die anderen beiden sind Oberpfälzer und dem entsprechend ist das regionale „ua“ bei denen ein „oa“ erklärt „da Huawa“. In ihrem Programm versprechen die Musiker eine Reise durch die Zeit, die mit einem Abstecher ins Mittelalter beginnt. Liegt auch auf der Hand bei dem wichtigen Jubiläum - 500 Jahre Reinheitsgebot. Sie singen vom kristallklaren Wasser, dem "Brauerstolz" und vergessen auch die aktuelle Diskussion ums Glyphosat nicht. Auch die jüngere Vergangenheit wird gewürdigt - in bester Manier mit dem Lied vom "Bonanzaradl", das Christian Maier in seiner Jugend noch mit Fuchsschwanz und Spielkarten zwischen den Speichen aufgemotzt hatte. „Des hörte sich schon fast an, wie ein Mofa“, erzählte „da Huawa“.  Da war es dann, wie er besingt, nur noch ein kurzer Weg zum "Nacktschnecken-Killer". „Der Reifen war ein blutiger Todesstreifen". Und das alles ohne Fahrradhelm, aber mit Drei-Gang-Schaltung. Krachert, brachial, rockig - so präsentiert sich das Trio. Aber eben auch ganz anders, nämlich tiefsinnig, nachdenklich und gesellschaftskritisch. In ihrem Lied „Die Welt ist a Zirkus - die Affen san mia“ fordern die drei zu mehr globaler Menschlichkeit auf. Man dürfe sich nicht wundern, wenn Menschen vor lauter Durst nach Europa kommen, wenn man ihnen in ihrer Heimat das Wasser abgrabe. Außerdem nütze einem die ganze Heimatliebe nichts, wenn das Zuhause mit Bomben und Raketen zerstört werde.

Den Stoff für ihre Lieder finden "Da Huawa, da Meier und I" im Alltag. Da gibt es die bestellten Handwerker, die nie kommen, weil bei die meinen „Gestern war moing no heid“,  oder den Thermomix der alle Aufgaben in der Küche übernimmt, und den Wurstsalat mit analoger Wurscht und Käse, der zum Inbegriff für Heimat wird. Immer wieder werden die Kostüme gewechselt - mal wird es mexikanisch, mal stehen sie als die prollige Drogendealer auf der Bühne.  Besonders „da Meier“ - etwas pummelig - gefällt dem Publikum. Mit seinen kostümierten Einlagen hat er die Lacher stets auf seiner Seite. Besonders als es amerikanisch wird und er den englischen Text mit gestenreicher Körperlichkeit dem Publikum näher bringt. So wird auch nach Programmschluss heftig für eine Zugabe applaudiert. Und die Drei lassen sich nicht lange betteln. Obwohl „da Huawa“ zuerst als  „Boandlkramer“ um a Schnapsal bettelt und dafür von Erzengel Gabriel (I) und Petrus (da Meier) gerügt wird. Doch dann kommen die Zugaben - echte Klassiker der Band. Sie lassen das Stimmungsbarometer noch mal ganz nach oben steigen: „Bauernblues“, „Bayernland“ und „Blauer See“. Zuletzt stehen alle Festzeltbesucher auf den Bänken, die Stimmung ist großartig. Die gut dreieinhalb Stunden prächtige Kabarett-Unterhaltung setzte sich anschließend an der Bar fort. Die Veranstalter, der König-Ludwig-Verein Emertsham, ist mehr als zufrieden.  -hm

 

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